Deutsche Tropen zum Kyrie

„Wenn das Kyrie als Teil des Bußaktes gesungen wird, wird den einzelnen Rufen ein kurzer Texteinschub (brevis tropus) vorangestellt.“ (Ordo Cantus Missae 1972, Abschnitt II,2)

Nach dem Vorbild mittelalterlicher Tropen – siehe Tropen zum Kyrie im Graduale Romanum hg. von Anton Stingl jun., St. Ottilien 2011 – wurden mit Hilfe der deutschen Texte im GOTTESOB 2013, Nr. 163 Tropen in deutscher Sprache erarbeitet.

Vorteile:
Der letzten Zeile geht nun eine zweimal gesungene vorletzte Zeile voraus. Dadurch bekommt die melodisch abweichende letzte Zeile ihren ursprünglich Sinn als Kulminationspunkt wieder.
Dass die Melodie der letzten Kyrie-Anrufung vorgesungen wird, erleichtert der Gemeinde den richtigen Vollzug des Gesangs.
Gegenüber der ursprünglich achtzehnteiligen lateinischen Form hat die gestrafftere Form nur zwölf Teile.

Klagelieder des Propheten Jeremia

In der Liturgie werden die Klagelieder an den “Drei Österlichen Tagen” der Karwoche in den Trauermetten als Lesungen gesungen. Die hier vorgelegten Melodien der Klagelieder in deutscher Übersetzung entstammen der Vaticana bzw. einem Kodex aus Leon.
Der Text der Lesung am Gründonnerstag umfasst nur den Teil in der 1. Nokturn.
Der Text der Lesung am Karfreitag wurde gegenüber dem Vorschlag im GL gekürzt.
 

GL

Tag

Text

Melodie

304

Gründonnerstag

Klgl 1,1-5

Vaticana

307,6

Karfreitag

Klgl 3,1-9.22-23

Leon

310,6

Karsamstag

Klgl 5,1-22

Vaticana -
anderer Ton

Melodie

Vaticana

Text

104

XVI

163,1

108

VIII - De Angelis

163,2

113

I Lux et origo

163,5

117a

XVII C - An Sonntagen der Adventszeit

163,2

117b

XVII C - An Sonntagen der Fastenzeit

163,4

121a

XI B - Orbis factor (Friede)

163,6

121b

XI B - Orbis factor (Heilige)

163,7

513

XVIII B - Für Verstorbene

163,8

Kyriale mit St. Galler Neumen

Da in St. Gallen das Kyriale bis ca. 1500 nur mit Neumen überliefert wurde, orientierte sich die Restauration des 19. Jahrhunderts in Solesmes zwangsläufig an den Fassungen aus anderen Gebieten Europas, in denen man früher zur Liniennotation gewechselt hatte. Wenn man aber die Gesänge des Kyriale nach den Rhythmusangaben der St. Galler Neumen singen möchte, müssen die Melodien nach den wenigen ostfränkischen Fassungen restituiert werden, was in besonderen Fällen auch eine Rekonstruktion umfasst. Die dabei verwendeten Handschriften sind am Ende der Ordinarien jeweils angegeben.

Ordinarium I

Lux et origo /Te Christe rex supplices

Ordinarium IV

Cunctipotens genitor Deus

Ordinarium XI

Orbis factor

 

 

 

 

Gregor-Signet
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